Stevens Cyclocross Cup 2017/2018 Frauen auf die Crosser

Stevens Cyclocross Cup 2017/2018 – Frauen auf die Crosser

Angefixt von meinem ersten Cyclocross-Rennen in Hannover konnte ich mir das Saisonfinale des Stevens Cyclocross Cup in Buchholz nicht entgehen lassen. Am 01.01. rief mir Johannes beim Training im Stadtpark zu, ob ich am 21.01. in Buchholz dabei wäre. Wobei?

Achso, Cyclocross-Rennen..Jaja, bin ich auf jeden Fall dabei!

Bis dato hatte ich mir ja keine Vorstellung vom Stevens Cyclocross Cup gemacht, immerhin hatte ich mittlerweile einen Crosser und war begeistert von der Fahrweise auf dem Gerät. Aber Stevens-Cup? Kannte ich nicht und ich sah meine Chancen in der Saison 2017/2018 noch ein Rennen zu fahren dahinschmelzen, also meldete ich mich an.

Immerhin war ich in Hannover bei meinem ersten Rennen immerhin ins Ziel gekommen und glaubte mit einigen Cyclocross-Wassern gewaschen zu sein. Ich sollte eines Besseren belehrt werden… Aber dazu später mehr…

Auf zum Start in Buchholz

Wir, Timon bot sich als exzellenter Unterstützer an, fuhren also Sonntagmorgen nach Buchholz, der Nebel blieb an der Elbe hinter uns und wir kamen bei strahlendem Sonnenschein und minus 2 Grad in Buchholz an. Da die Hobby-Frauen erst später am Vormittag starteten, guckten wir bei den U17 Fahrern zu und ich war geringfügig überrascht von den technischen Anforderungen des Kurses.

So also sah ein Cyclocross-RENN-Kurs aus… Direkt neben dem Parkplatz waren einige Hindernisse und auch eine Art kleiner Half-Pipe, ich überlegte kurz ob es sich nicht um einen BMX-Kurs handelte… Es handelte sich nicht um einen BMX Kurs. Da ging es lang… Okeeee…. Mir wurde klar, dass ich bergab, halfpipe-runter und bergauf um eine Rechtskurve nicht fahren konnte, da würde ich mit Sicherheit schieben…

Volle Konzentration beim Stevens Cyclocrosscup in Buchholz
Beim Stevens Cyclocrosscup in Buchholz durch den Wald

Aus meinem 1. Rennen in Hannover hatte ich mir gemerkt, dass wohl 1-2 Testrunden zwecks Streckenkenntnis und Aufwärmen sinnvoll sind. Ich packte meinen Kram also ein und fuhr mal los um die Strecke anzugucken.

Streckentest Aufwärmrunde – Abbruch

Nach 1/3 der Strecke beschloss ich, dass mein Andrenalin-Level nicht hoch genug ist um die übrigen 2/3 des Kurses ausserhalb des Rennen zu fahren. Ich hatte zu viel Schiss und schlich zurück zum Start. Dort guckte ich in Timons erwartungsvolles Gesicht und sinnierte kurz über die Möglichkeit meine Startnummer zurück zu geben…

Ok, dafür war ich ja nun auch nicht hergekommen, ich gab der Sache noch eine Chance und begab mich zur Startaufstellung. Mit mehr Adrenalin geht´s vielleicht…

Und es ging!

WORTH IT – WILL DO ! Wenigstens eine Runde fahren

Ich nahm mir vor wenigstens eine Runde zu fahren. Wenn ich ne Zweite schaffte, war das gut.

Technisch vom Start bis ins Ziel war offenbar das Motto für den Kurs! Hinterm Start ging es zunächst in ein Wäldchen, bergab, Haarnadelkurve bergauf und das im tiefen Sand, ich schob. Mir egal, so viel Bumms hatte ich nicht in den Beinen um den Hügel hoch zu kommen. Wieder bergab und wieder bergauf immer nur einige Meter. Nochmal bergab, durch eine Senke, neben Baumwurzeln vorbei, über Baumwurzeln schräg am Hang entlang…

Die Strecke forderte jede Sekunde Aufmerksamkeit, Kraft und Technik, die ich nicht hatte…

Um den Parkplatz herum gab es die klassischen Hindernisse, Hop-off-hopp-on über die Barriere, weiter geht´s. Mehr davon im kleinen Park hinterm Parkplatz, die Treppen rauf…hopp-off-hopp-on…immer weiter.. Und in der letzten Kurve der Half-Pipe lief ich mit dem Rad. Den Zuschauerkommentar, dass ich nächste Runde ja mal runter fahren könnte, beantwortete ich mit einem sympathischen JAJA… 😉 (aka Leck mich am A…).

Doch noch eine zweite und dritte Runde beim Cyclocross Cup in Buchholz

Nach der 2. Runde guckte ich mal auf die Uhr und stellte fest, dass es noch für eine dritte Runde reichen würde (sollte ich mich freuen, weil ich fix war, oder blass werden weil es noch ne Runde gab?!…) . Also machte ich eine dritte Runde. Meine Lunge brannte, ich hatte das Gefühl keine Pedalumdrehung schneller fahren zu können…

Aber ich hatte tatsächlich zwei Frauen überholt und war auf dem Weg nicht Letzte zu werden! Der Boden im Wald wurde nun mit steigender Sonne deutlich weicher und ich kam gefühlt kaum noch voran. Ein letztes Mal die Traverse über die Wurzeln, hinter mit rief mir jemand zu, ob ich noch im Rennen wäre… ?!

Ja, klar! Sieht das etwa wie Sonntags-Bummel-Runde aus?!

Und dann kam ich ein letztes Mal um die Kurve zum Parkplatz! Ich hatte es geschafft, 3 Runden, Puls im Mittel über 180 (gefühlt ;-)) und im Ziel keine Luft mehr für irgendwas. Aber ich hatte gefinished! Als 3. von hinten!

Stevens Cyclocrosscup in Buchholz
Stevens Cyclocrosscup in Buchholz wenn Lächeln noch geht

Ein mutiger Kurs

Ein tolles Rennen, aber es hat mich bis zum Letzten herausgefordert! Nachdem ich große Zweifel hatte, ob ich über den Kurs heil drüber komme bin ich für meine Cyclocross-Rookie-Verhältnisse super über den sehr schweren Kurs gekommen. Ich hatte gedacht nach dem Rennen in Hannover eine ungefähre Vorstellung von Cyclocross zu haben… nun hatte ich eine! Und das ist gut, denn die offizielle Saison ist quasi um und ich weiß was mich nächsten Herbst erwartet! Die Ziele für die kommenden Monate bis endlich wieder offiziell gecrosst wird, sind gesetzt, ich bin bereits für den 1. Technik-Workshop angemeldet!

Worth It Will Do –  das Motto!

Passt für mein Rennen wie Topf auf Deckel, denn es heißt für mich soviel, alsdass ein wenig Glück zu denjenigen kommt, die sich wagen Anzufangen.

Traut euch! Raus aus der Komfort-Zone! Sucht das Abenteuer! Manchmal liegt das genau vor der Haustür im nächsten Graben, den ich mit dem Crosser glaubte nicht durchfahren zu können. Es war jede schwere Kurbelumdrehung wert und im Ziel ein großer Spaß (als ich wieder atmen konnte 😉 )!

Stevens Cyclocrosscup in Buchholz durch die Halfpipe
Stevens Cyclocrosscup in Buchholz durch die Half-Pipe

Das Rennen im Video:

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