Women in the LeadHamburg – Cyclassics 2018

Hamburg >Cyclassics 2018 glücklich im Ziel
Unsere Mädels nach Zielankunft der Hamburg Cyclassics 2018

Hamburg Cyclassics 2018 – Women in the Lead

It was a BLAST! Cyclassics 2018 sind schon wieder vorbei und ich bin immernoch ganz begeistert! Letztes Jahr waren Cecilia und ich mit 20 Frauen bei den Cyclassics am Start und es war eine grandiose Runde! So viele glückliche Gesichter, wir fassten die Idee in 2018 auch an den Start zu gehen!

Im Juli wurden unsere Planungen konkreter, wir hatten einen Plan! 20 Frauen, im schönsten Trikot der ganzen Cyclassics, den pinkesten Socken fahren in der größten gemeinsamen Gruppe der Frauen die 100km Strecke! Ende Juli war unser Team komplett, wir machten 4 gemeinsame Trainingsrunden, tauschten Tipps aus, feilten an unserer Fahrtechnik in der Gruppe um für alle ein sicheres Fahrerlebnis zu ermöglichen und schmiedeten in einer „Wettkampfbesprechung“ einen Plan für die Strecke, der fast 100% aufging!

Startkit der Hamburg Cyclassics 2018
Zum Start der Cyclassics nehme ich nur die wirklich wichtigen Dinge mit

Im Startblock waren wir ganz schön nervös…

Am Start der Hamburg Cyclassics 2018
Im Frauenstartblock der Hamburg Cyclassics 2018

Am Sonntagmorgen standen wir also tatsächlich im Frauenblock an der Alster und waren ganz schön nervös! Trikots wurden zurechtgerückt, noch schnell ein letztes Foto und ab ging die Post!

Stadtauswärts an der Mundsburg vorbei rauschten wir  (unser Zug rauschte wirklich!) Richtung Steilshoop und Rahlstedt bevor wir in Ahrensburg schon auf die ersten Felder am Wegesrand gucken konnten, sofern wir Zeit hatten mal rechts oder links zu gucken…

Einige schnelle Züge überholten unsere Gruppe, wir machten Tempo und unser Führungs-Sixtett kreiselte fleißig und spendierte reichlich Windschatten für den Rest. Hinter uns und unserer ordentlichen 2-er Reihe bildete sich eine große Traube von Mitfahrerinnen und Mitfahrern, die ebenfalls von unserem Windschatten profitierten. Wir kamen mehr als gut voran und versuchten immer das passende zügige Tempo zu finden, das noch für alle passt.

Keine einfache Aufgabe, aber wir gaben unser Bestes!

Schon 50 km, die vergingen wie im Flug, wir hatten vorne durchgewechselt, unsere Führungsfrauen ernteten begeisterte Blicke vom Streckenrand, in vielen Orten wurde gejubelt, wir jubelten zurück. Ich vermutete, dass wir am Ende vor allem heiser waren und erst danach müde Beine hatten ;-).

Die Begeisterung an der Strecke war toll!

An vielen Stellen wurde gefrühstückt, gewunken, Musik gemacht, die Stimmung war ansteckend! Und auch auf der Strecke waren immer wieder FahrerInnen begeistert,

„dass das ja nur Frauen sind.“ oder „das Trikot so toll aussieht“ und „dass ihr so sicher fahrt“.

Insbesondere die Sicherheit war uns sehr wichtig. Im Vorfeld hatten wir viele gefährliche Situationen besprochen, Regeln abgesprochen und Handzeichen oder Kommandos ausgemacht und das zahlte sich nun aus! Vorne kamen die Ansagen, hinten wurde aufgepasst! Es lief!

Windschatten? Wir verzichten!

Auf Windschatten von vor uns fahrenden Grüppchen oder Einzelnen verzichteten wir und konnten so die Strecke überblicken und vorausschauend unsere Fahrweise anpassen. Hört sich total spießig an, bringt aber sehr viel Sicherheit in einem Rennen, das sehr nervös war und bei dem mehrfach der Rettungswagen am Feld vorbei fuhr. Gute Besserung an alle, die das Rennen nicht auf ihrem Rad beenden konnten. Ich versuche mich davon nicht beindrucken zu lassen und gucke bewusst nicht hin, aber spurlos geht der 5, 6, 7 Rettungswagen auf der Strecke auch nicht an mir vorüber. Das Tempo ist dann egal…

Wir fuhren weiter unseren sicheren Stiefel!

KM 58 – ESSEN!

Ich hatte noch alles an Board, aber da wir abgemacht hatten, kurz zu stoppen, schnappten wir uns an der Verpflegungsstation ein Stück leckeren Kuchen und schon ging es weiter! So weit war es ja gar nicht mehr! Bald schon kam Reinbek und in Boberg ging es auf die Bundesstraße 5! Darauf hatte ich mich sehr gefreut! Breite Straße, geradeaus, brennende Oberschenkel grüßten und schon flogen wir über Mümmelmannsberg Richtung Billstedt und Horn wieder in die City rein!

Hamburg >Cyclassics 2018 glücklich im Ziel
Unsere Mädels nach Zielankunft der Hamburg Cyclassics 2018

Es folge die „Ehrenrunde“  am Hauptbahnhof vorbei, Jungfernstieg, Gänsemarkt und am Rathaus vorbei auf die Mönckeberstrasse!

Die Zuschauer kloppten auf die Banden, als wären wir die Profis und jubelten uns zu! Ein sensationeller Zieleinlauf!

Wir waren im Ziel! In sensationellen 3:21 für knapp 109km mit einer großen Gruppe Frauen, die die gesamte Strecke  so gut geschafft hat, weil sie sich gegenseitig unterstützt haben. Alle haben super gekämpft, alles gegeben und dabei auch noch super als Team funktioniert! Nicht selbstverständlich, denn mit der großen Anstrengung noch sicher in einer Gruppe fahren und kommunizieren zu können, schafft nicht jede(r).

Hut ab, ihr Raketen!

Peter Sagan war auch am Start der Cyclassics
Am Vortag der Cyclassics haben wir Peter Sagan getroffen

 

Es hat wahnsinnigen Spaß gemacht und wir waren im Ziel so Stolz die Strecke geschafft zu haben! Wir waren das größte Team, das zusammen mit der ähnlichsten Zeit gefinished hat! Das ist schon aller Ehren wert und klappt nur, weil alle Frauen sich auf die Community eingelassen haben, aufeinnander aufgepasst haben und mit einem breiten Grinsen bewiesen haben, dass frau schnell, sicher und lächelnd in Ziel kommen kann!

Ein bisschen Achselschweiß gehört natürlich auch dazu ;-).

Ich wünsche mir für kleine und große Radrennen, dass mehr Frauen zusammen an den Start gehen! In Gruppen sind wir sichtbar, wir machen damit ein Statement, dass wir da sind, dass wir Radrennen können und, dass das gut ist!

Frauenanteil? Ausbaufähig!

Gefinished haben auf den 100km gerade einmal 10% Frauen, auf der 60er Strecke waren es 19% und auf den 160km nur 5%. Wenn diese 10% Frauen der 100er Strecke über gut 15 Blöcke verteilt sind, sind die faktisch auf der Strecke nicht präsent. Wir haben überall begeisterte Blicke gesehen und ich glaube, wenn alle Frauen im Rennradsport sichtbarer sind, trauen sich mehr Frauen auch auf 100km und auf die heißen Kurse! Traut euch, schnappt euch eure beste Freundin, rauf aufs Rad! Es gibt so viele schöne Radsportveranstaltungen in der ganzen Republik, wir machen uns da künftig sichtbarer!

#WomenInTheLead

 

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