Das perfekte Rad für Alles – Specialized Roubaix Comp Di2 im (Langzeit-) Test

Specialized Roubaix Comp im Test
Das Specialized Roubaix Comp im Dauertest mit Di2

Wieviele Kilometer? 1.806km – seit exakt sovielen Kilometern sitze ich auf meinem Specialized Roubaix Comp mit Di2. Zeit für einen ausführlichen Langzeit-Testbericht.

Und, soviel sei verraten: Das Rad kann ALLES! Mehr Details gefällig? Aber klar, in diesem Beitrag gibt es alle Infos zum Specialized Roubaix Comp mit Shimano Ultegra Di2, was es besonders gut kann und warum es das perfekte Rad für alles ist. Und warum ich eine elektrische Schaltung, konkret die Di2, doch ganz gut finde!

Was gibts in diesem Beitrag?

Die Ausstattung der Roubaix Comp Di2

Specialized Roubaix Comp im Test
Das Specialized Roubaix Comp im Dauertest mit Di2

Das Roubaix von Specialized tritt vermutlich in seiner eigenen Klasse an. Denn es wurde für ruppiges Kopfsteinpflaster designed, ist eigentlich aber überall zuhause. So aerodymanisch wie ein reinrassiges Rennrad und dabei so komfortabel wie ein Endurance-Renner.

Future Shock

Was ist das? Im Gabelschaft ist eine Federung eingebaut. Diese bewirkt, dass der Lenker gegen den Rahmen bis zu 20mm federn kann. Federn gibt es in unterschiedlichen Härten, vormontiert ist die mittlere mit der ich unterwegs bin. Passt für alles, weder zu weich auf der Straße noch zu hart auf Kopfsteinpflaster und Schotter. Für mehr Power auf ruppigen Straßen. Schreibt nicht nur Specialized, ist wirklich so.

Rider-First-Engineered

Wieder so ein Marketing-Schnick-Schnack? Dachte ich. Bis ich verstanden habe wie Fahrradrahmen gemacht werden. Normalerweise wird eine Rahmengröße entworfen. Für größere Rahmen wird alles an dem entworfenen Rahmen größer gemacht und für kleinere eben kleiner. Proportional. Wie ein gesperrtes Seitenverhältnis wenn man ein Bild größer oder kleiner zoomt.

Rider-First-Engineered heißt nun, dass jede Rahmengröße einzeln entworfen wird. Vielleicht muss bei Rahmengröße 44 das Steuerrohr überproportional kürzer sein, damit das gleiche Fahrgefühl wie auf Rahmengröße 56 entsteht? Oder bei Größe 62 die Sitzstreben länger? Jede Größe ist also einzeln entworfen, damit der Fahrer/Fahrerin das beste Fahrgefühl hat.

Pave-Sattelstütze

Pave, französisch für „pflastern“, deutet schon auf den Einsatzzweck der Sattelstütze hin. Die Sattelstütze ist neu designt und im Sitzrohr weit unten geklemmt. Daher ist das Sitzrohr über den Sitzstreben „dicker“ als darunter. Dort verborgen ist die Klemmung und die Stütze selbst flext auch, sodass viel Vibration und Schläge gemindert werden. Gegen die Ermüdung und gegen den müden Hintern. Aero ist die Stütze auch. Und Schick!

Power Mimic Sattel

Der Sattel! Eine von drei Kontaktpunkten zwischen Fahrer/in und Rad. Der neue Power Mimic Sattel von Specialized ist ein für Frauen designter Sattel, der einen weicheren Bereich im vorderen Teil hat und trotzdem guten Halt bietet. Der hintere Bereich ist fester und bietet guten Halt. Für mich einer der wenige Sättel, der in allen Positionen (Oberlenker, Bremsgriffe, Unterlenker) bequem ist! Denn eines ist klar: Bequem sitzen ist das Schlüsselelement für einen langen Tag im Sattel!

Und sonst so?

Womit kommt das Roubaix sonst noch daher? Es hat eine elektrische Schaltung, die Shimano Ultegra Di2, hydraulischen Scheibenbremsen, Kurbel, Kettenblätter etc. ist ebenfalls Ultegra und die Laufräder sind R470 von DT Swiss mit Specialized Turbo Reifen in 28mm.

Specialized Roubaix Comp im Test
Das Specialized Roubaix Comp ist überall zuhause

Wofür ist das Rad gemacht?

Wie schon beschrieben, kann das Roubaix alles. Ich bin mit dem Roubaix mittlerweile auf allen Terrains unterwegs gewesen. Auf glattem Asphalt ist es eine Rennmaschine, agil, direkt, steif und gemacht für #fullforcevoraus. Mal aufs große Blatt schalten und den Puls etwas in die Höhe treiben geht super! Egal, ob bergauf, bergab oder in der Ebene gegen den Wind. Macht richtig Laune!

Und wenn hinter der nächsten Kurve dicken Kopfsteinpflaster wartet?

Normalerweise würde ich dann denken: Mist! Keinen Bock drauf, das wir ruppig! Aber: die Future Shock Gabel bügelt die Stein platt! Der Federweg nimmt wirklich viele Erschütterungen raus, treten wird einfacher und die Schultern werden nicht so durchgeschüttelt. Bequem wie ein Fully-MTB mit 29ern und 2 bar in den Reifen wird es zwar nicht, aber das ist ja auch Sinn der Übung.

Und wenn der Weg plötzlich endet und reinstes Schotter voraus liegt?

Dann brauche ich mir gar keine Sorgen machen, dass ich den Schotter nicht überstehe. Das Roubaix läuft einfach. Kürzlich kamen gleich mehrere Kilometer Schotter auf einer Runde durch die Heide und trotz rutschendem Hinterrad lief das Roubaix brav geradeaus. Ich war wirklich überrascht, denn so viel Schotter kann schon mal Nerven auf dem Rennrad kosten. Nicht so auf dem Roubaix.

Ein klassisches Heimspiel hat das Roubaix vermutlich bei Paris-Brest-Paris (PBP) oder beim Radrennen Paris-Roubaix (der Name kam ja auch irgendwo her 😉 ). Bei PBP mit seinem rauhen Asphalt und den grobkörnigen Straßen Nordfrankreichs kann das Rad all seine Vorteile ausspielen. Leider stand es dann noch nicht in meinem Stall, es wäre ein Genussgewesen.

Specialized Roubaix Comp Test
Das Specialized Roubaix Comp im Test auf Schotter

Was gefällt mir besonders gut?

Kurzum: alles! Die Future Shock Federung ist super und fährt sich hervorragend. Zum Power Mimic Sattel habe ich schon geschrieben, dass der klasse ist. Ebenso gut gefällt mit der Hover-Lenker, der leicht erhöht ist und alle Positionen bequem macht. Was mir bisher nicht so aufgefallen war: Die Brems-Schaltgriffe der Ultegra Di2 liegen richtig gut in der Hand. Ein kurzer Weg zwischen schalten, bremsen und fahren.

Zur Di2: Lange dachte ich, dass eine elektrische Schaltung nicht nötig ist, wer braucht das schon, meine mechanische schaltet leicht und direkt. Was bringt mir eine elektrische Schaltung?! Nunja, spätestens auf den letzten 200km bei PBP hab ich mir nichts sehnlicher gewünscht als einen Knopf um die Kettenblätter zu wechseln. Ermüdete Unterarme machten jeden Wechsel des Kettenblatt zu einem Akt. Ein Knopf wäre toll gewesen. Nun ist er dran!

Was mir aufgefallen ist: Ich wechsel viel mehr die Gänge. Immer passend zu einer leichten Trittfrequenz ist der nächste Gang nur einen Knopfdruck entfernt. Mein Schaltverhalten ist viel agiler, das wiederum schützt vor früher Ermüdung. Gute Sache!

Das gesamte Rad ist darauf ausgelegt, Ermüdung zu vermeiden. Die kommt schleichend durch Vibration, Schläge, Haltearbeit, Popo-Schmerz und so weiter. Müde Oberschenkel machen sich schnell bemerktbar, schleichende Ganzkörperermüdung eher nicht. Und das Roubaix tut alles dafür, dass die Ermüdung möglichst spät kommt. Gefällt mir und funktioniert!

Specialized Roubaix Comp im Test im Regen
Specialized Roubaix Comp im Test auch bei Regen

Was würde ich mir am Roubaix anders wünschen?

…, dass es mir gehört.

Denn der beste Radladen der Stadt (Concept Cycles Hamburg)  hat mir dieses Schätzchen namens Roubaix hingestellt, damit ich darauf das nächste Krönchen auf Strava holen kann und es ausführe. Dafür ein fettes DANKE an euch!

Darüber einen Blog zu schreiben, ist auf meinem Mist gewachsen, erwartet der Laden nicht. Allerdings erwarten die eine ehrliche Bewertung des Roubaix. Die findet ihr oben. Ehrlich.

Und nun ab aufs Roubaix, das nächste Kopfsteinpflaster wartet!

 

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