Rennrad reinigen und pflegen in 5 Schritten – eine Anleitung

Crossrad waschen und pflegen
Ein Montageständer erleichtert die Wäsche

Rennrad reinigen in 5 Schritten ist gar nicht so kompliziert, hier gibt´s ein Anleitung für das sauberste Rennrad, Crossrad, MTB nach der dreckigsten Runde.

Für den eiligen Leser:

Inhaltsverzeichnis:

Regelmäßiges Putzen des Rennrads, Gravelbikes, Cyclocrossers, Mountainbikes… hat gleich mehrere Vorteile. Natürlich sieht ein sauberes Rad besser aus! Aber: ein sauberes Rennrad fährt auch besser, der Verschleiß ist niedriger und kleine Defekte sind leicher zu erkennen!

Dreckiges Rad auf dem Rückweg vom Ahrberg
Rückweg vom Ahrberg – Dreckiges Rad

Was brauche ich zum Putzen eines Rennrads?

  • dreckiges Rad 😉
  • Ideal: Montageständer
  • Eimer mit warmen Wasser und Spüli
  • Spülschwamm
  • Spülbürste
  • Kettenreiniger (z.B. Kettenfluid 105 von innotech)
  • Altes T-Shirt, Lappen, Lumpen….
  • Klares Wasser zum Abspülen
  • Kettenöl (z.B. Premium Öl von Greaze)

Ich nutze seit längerem einen mobilen Hochdruckreininger (Aqua2Go), da ich auf dem Balkon und vor der Tür keinen Wasseranschluss habe. Der Aqua2Go bringt ungefähr so viel Druck wie Wasser aus dem Gartenschlauch, daher eignet er sich gut um das Rad zu putzen. Von der Benutzung eines “echten” Hochdruckreinigers rate ich ab, da der hohe Druck Wasser in alle Lager drückt und diese schnell beschädigt.

Mit dem Aqua2Go spüle ich ein sehr dreckiges Rad zunächst ab! Dies ist quasi der Vorspülgang und entfernt den losen Sand vom Fahrrad. Dieser kann dann den Rahmen und andere Teile nicht mehr verkratzen. Dazu spritze ich das Rad von vorne bis hinten und von beiden Seiten ab. Auch die Kette/Kasette/Schaltwerk spüle ich gut ab.

Danach geht´s an die Details.

Was sind die 5 Schritte?

Wenn du einen Montageständer besitzt, ist das praktisch. Wenn nicht: Macht nix! Zunächst kommen beide Läufräder aus dem Rad. Diese reinigen wir zuerst. Danach kommt der Rahmen dran und erst zum Schluss das dreckigste, der Antrieb. Zum Schluss benötigt das Rad noch ein wenig Pflege und ist bereit für neue Abenteuer.

Schritt 1: Laufräder reinigen

Wenn die Läufräder draussen sind, das Rad entweder auf dem Montageständer bugsieren oder irgendwo aufhängen. Dann schäumst du mit deinem Spülschwamm das gesamte Rad ein. Reinige mit dem Schwamm die Bremsflanke/Felge und den Reifen. Hierbei kannst du gleich gucken, ob dein Reifen Defekte hat oder ob sich klein Sandkörnchen eingearbeitet haben. Diese kannst du vorsichtig entfernen. Geht besonders mit einem spitzen Gegenstand gut. Aber Vorsicht, sonst ist ein neues Loch im Reifen. Dann wäschst du Nabe und Speichen ab.

Genau so reinigst du das Hinterrad. Die Kasette kannst du ebenfalls einschäumen und einige Zeit einwirken lassen. Ihr widmen wir uns später nocheinmal. Wenn du mit der Spülbürste gleich schon auf die Kasette los gehen willst, benötigst du danach neues Wasser, weil die Kasette meist recht dreckig ist. Vermutlich brauchst du dann auch eine zweite Spülbürste, andernfalls verteilst du den “Kasettendreck” auf deinem Rahmen….

Wenn du Scheibenbremsen hast, kannst du hier gleich die Bremsscheiben mit reinigen. Wasch diese ebenfalls mit dem Schwamm von beiden seiten ab.

In 5 Schritten zum sauberen Rennrad
Anleitung zum Putzen des Rennrads in 5 Schritten

Schritt 2: Rahmen und Lenker reiningen

Als nächstes widmen wir uns dem Rahmen. Diesen kannst du mit dem Schwamm großzügig einseifen und waschen. Achte darauf an alle Stellen zu kommen. Am Unterrohr ist meist besonders viel Schmutz. Auch die Sitzstreben und das Sitzrohr bekommen ordentlich Dreck ab. Spül den Schwamm immer wieder im Wasser aus. So verhinderst du, dass die der Sand den Lack zerkratzt.

Den Lenker kannst du ebenfalls so reinigen. Solltest du helles Lenkerband haben, so kannst du dies mit Handwaschpaste oder einer festen Bürste reinigen. Dann wird es wieder richtig hell!

Schritt 3: Bremsen reinigen

Am Rahmen sind die Bremsen verbaut, diese müssen ebenfalls gereinigt werden, da hier der Bremsabrieb landet. Wenn du Felgenbremsen hast schrubb am besten die Bremsbeläge mit deinem Schwamm. Bei Scheibenbremsen kannst du den Bremssattel von außen reinigen, zwischen Bremsbelag und Scheibe am besten mit viel Wasser den Dreck raus spülen.

Reiningen der Kasette am Rennrad
In 5 Schritten das Rennrad putzen – Kasette reinigen

Schritt 4: Kette und Schaltwerk reiningen

Als letzes widmen wir uns der Kette und der Kasette. Wenn du einen Montageständer mit Aufnahme für das Hinterrad hast, kannst du zunächst die Kette reinigen. Falls nicht, reinige zunächst die Kasette, da wir zur Kettenreinigung diese mehrfach durchziehen müssen. Das geht nur mit Hinterradnabe drin. Praktisch ist an dieser Stelle ein Rad mit 1×11-Antrieb, hier kannst du die Kette vom Blatt nehmen und so einfacher waschen.
Die Reinigung der Kasette ist kein Hexenwerk. Groben Dreck haben wir ja schon mit Wasser abgespült und Spüli eingeweicht. Nun kommt der Feinschliff. Das Kettenfluid 105 kann ebenfalls zum Reinigen benutzt werden. Dazu etwas auf einen Lappen sprühen und zwischen den Ritzeln entlang ziehen. Immer wieder von rechts nach links.

Funktioniert am besten, wenn das Red vor dir steht und du dich über das Rad beugst.

Zur Reinigung der Kette verfahren wir ähnlich. Diese wird mehrfach durch einen Lappen gezogen, der mit Kettenfluid besprüht ist. Danach mit Warmwasser und Spüli abwaschen. Nun sollte die Kette wieder glänzen.

Zusätzlich kannst du mit dem Lappen das Schaltwerk abwischen und die Schaltwerksröllchen reinigen. Hier sitzt meist der schönste Dreck ;-).

In 5 Schritten das Rennrad putzen
Rennrad putzen – Anleitung in 5 Schritten

Je nach Vermutzung musst du diesen Vorgang mehrfach wiederholen oder den Lappen wechseln. Achte darauf, dass du den Dreck nicht auf saubere Teile wieder verteilst.

Sprüh das Kettenfluid oder den Reiniger, den du verwendest nicht direkt auf die Kette, andernfalls besteht die Gefahr, dass dieser die Kette zu stark entfettet. Dies gilt insbesondere für Rad- oder Kettenreiniger.

Schritt 5: Klarspülen

Als vorletzten Schritt baust du die Laufräder wieder in das Rad ein und spülst es mit viel klarem Wasser ab. Alles Spüli sollte von Rad, Bremsen, Kette, Rahmen und Lenker abgespült sein, sonst gibt es eine Rutschpartie beim nächsten Regen.

Zum Finish braucht dein Rad noch etwas Öl an bewegliche Teile und auf die Kette.

Und schon ist das Rad wieder sauber!

Bevor du die Kette ölst, sollte sie getrocknet sein.

Schritt 6: Kette und bewegliche Teile ölen

Zum Schluss benötigt die gewaschene Kette noch etwas Öl. Du kannst einige Tropfen Kettenöl auf einen sauberen Lappen geben und die Kette etwas ölen. Bewegliche Teile (Umwerfer, Schaltwerk…) können auch einen (!) Tropfen Öl bekommen. Wichtig ist, die Kette nicht im Öl schwimmen zu lassen, da sonst schnell der Dreck der Straße wieder daran klebt und den Verschleiß erhöht.

Derzeit verwende ich das Kettenöl von Greaze. Die stellen zwei Sorten Kettenöl her, ein Basic-Produkt und ein Premium-Produkt. Beide kommen in einer schicken Sprühdose daher. Das Premium-Öl hat einen klappbaren Überkopfsprühkopf, das Basic kommt mit einem einfachen Sprühkopf daher. Das Premiumöl hat laut Herstellertext zusätzlich bessere Haft- und Fließeigenschaften .

Kettenöl Greaze
Greaze hat ein Premium und ein Basic Kettenöl im Sortiment

Beim Aufsprühen ist darauf zu achten, nicht das ganze Rad einzuölen, sondern nur die Kette. Am besten mit einem Lappen darunter liegend das Kettenöl aufsprühen, kurz in die Kette laufen lassen und dann: Wichtig: die Kette nochmal durch den Lappen ziehen um überschüssiges Öl aufzunehmen.
Die Kette soll weder trocken quietschen noch im Öl schwimmen.

Was kann das Kettenöl von Greaze?

Die Anwendung ist einfach, zunächst war ich skeptisch ob ein Öl zum Sprühen nicht überall landet außer auf der Kette. Dem ist nicht so. Klappt gut, Lappen drunter und Richtung Boden zielen. Dann ölt nicht das Rad voll.

Das Öl schmiert die Kette gut, ohne zu viel Dreck anzuziehen. Ein fixer Sprühstoß genügt für viele Kilometer. Die letzte Tour hatte 202km Länge und ich musste nix nachschmieren und muss das auch für die nächste Tour nicht! Der Premium-Sprühkopf ist praktisch, spüht exakt dahin wo das Öl hin soll. Das gefällt mir sehr gut! Und endlich mal ein Öl, das auch in schickem Gewand daher kommt. Auf der Dose ist (passenderweise) ein Ölbild drauf ;-).

Premium Kettenöl von Greaze
Der Sprühkopf am Premium Kettenöl von Greaze trifft genau

 

Wie häufig muss ich mein Rennrad reinigen?

Kommt drauf an ;-)… wie dreckig es ist! Nach einer Runde zum Ahrberg mit dem Gravelbike ist sicherlich eine Wäsche nötig. Wenn dein Rad nur im Sommer draussen fährt, reichen vielleicht alle 3-4 Wochen. Grundsätzlich gilt: Ein sauberes Rad ist schneller und fährt sich besser.

Und nun ran an die Putzeimer!

Transparenzhinweis:

Die Kettenöle von Greaze sind mit zur Verfügung gestellt worden. Mit dem Produkttest ist keinerlei inhaltliche Anforderung an diesen Beitrag verbunden. Der Text spiegelt meine Meinung wider. Wenn ich das Produkt nicht gut finden würde, würdet ihr das oben lesen. Aber es gefällt mir!

 

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